KLARTEXT mainzer ärzteforum am 25.04.2018

 

Der Ärzteverein nahm auf seiner KLARTEXT-Veranstaltung in der Kupferbergterrasse das Thema Niederlassung in den Blick

 

KLARTEXT nahm die Niederlassung in den Blick und ließ sie von unterschiedlichen Blickwinklen darstellen:

Herr RA Bernd Haber, Wiesbaden referierte als Erster über:

  • Existenzgründung aus rechtlicher Sicht

Er erläuterte, was man unter einer Arztpraxis versteht (Rieger, Lexikon des Arztrechtes Nr. 4330 Rdn. 2):
Die Gesamtheit dessen, was die gegenständliche und personelle Grundlage der Tätigkeit des in freier Praxis tätigen Arztes bei der Erfüllung der ihm obliegenden Aufgaben bildet. Zu dieser Gesamtheit gehört auch der vorhandene Patientenstamm (BGH NJW 1980, 2000).
Die Möglichkeiten der Berufsausübung sind: Einzelpraxis (u.a. Teilzulassung, Zweigpraxis, MVZ, Anstellung, ausgelagerte Betriebsstätte, Krankenhaus, Praxis) oder Gemeinschaftspraxis.

Bei der Übertragung einer Arztpraxis handelt es sich um einen Unternehmenskauf. Einzelpraxis:  Sachkauf § 433 Abs. 1, S. 1 BGB   
Praxisübergabe bedeutet: Verbindung eines zivilrechtlichen Rechtsgeschäfts mit einem sozialrechtlichen Übergabeverfahren der Berufsausübungskonzession (Zulassung).

Der Praxisübernahmevertrag regelt unter anderem: Zulassungsbesonderheiten, aufschiebende Bedingungen, Bezeichnung der Vertragsparteien  (Besondere Problematik: Erben), Regelung zum Anlagevermögen (Inventar), Nachbesetzungsverfahren, Patientenkartei (BGH-Urteil vom 11.12.1991), Übergabezeitpunkt, vorherige Zusammenarbeit, Vertragsgegenstand (Praxis).
Weitere Verträge sind: Kooperationsvertrag, Mietvertrag, Gesellschaftsvertrag.

Als wesentliche aktuelle Gesetze zur Niederlassung nannte er:
VÄandG 01.01.2007,  GKV-WSG 01,042007: § 87 Abs. 7 Überprüfung der Bedarfsplanung 2012, GKV-OrgWG 01.01.2009, Wegfall der Altersgrenze zum 01.10.2008, GKV-VStG 01.01.2012, GKV-VSG 16.07.2015.

Herr Frank Gäckler, Steuerberater, ETL ADVIMED Steuerberatung, Mainz, sprach über:

  • Die eigene Praxis – Steuerliche Aspekte im Rahmen der Niederlassung

Er stellte die aus steuerlicher Sicht relevanten Aspekte dar, die bei der Niederlassung im Auge zu behalten sind. Nämlich: Existenz- und Praxisgründungsberatung, Investitions- und Expansionsplanung, Umsatz- und Ertragsplanung mit Liquiditätsanalyse, Qualitätsmanagement und Controlling in der Arztpraxis, Analyse der KV/KZV-Abrechnung für Ärzte/Zahnärzte, Praxis- und Unternehmens-Check/Benchmark, Steuerrücklagenberechnung, Einrichtung und Pflege einer Kostenrechnung, Fördermittelberatung, Steuerrechtliche Betrachtung von Praxiskooperation und –fusion, Rechtliche und wirtschaftliche Abgrenzung der Schnittstelle ambulante und stationäre Versorgung (Arzt/Krankenhaus).

Herr Jonas Kock, Beratungsfirma Kock und Voeste, Berlin bearbeitete das Thema:

  • Gründen und Optimieren – Ihre Hauptaufgaben als Praxisinhaber/in

Dabei ist es wichtig, um sich im heutigen Wettbewerb behaupten zu können, auf einiges zu achten. Die hauptsächlichen Stichworte sind: Analysieren, Optimieren und Gewinnen.
Die Praxis und deren Leistungen sollten eindeutig, verständlich und sichtbar sein. Das bedeutet, die Praxis benötigt eine klar definierte, von anderen unterscheidbare Positionierung und ein passendes Marketing. Damit die Patienten und die, die es vielleicht werden wollen, klar erkennen, wofür die Praxis steht, welche Leistungen sie vom Praxisinhaber erwarten können und weshalb sie zu ihm und nicht zu einer/einem der vielen Kolleginnen und Kollegen gehen sollten.

Frau Silvia Barth und Herr Bastian Bauernfeind, Apobank Mainz informierten über:

  • Chance Niederlassung – Ihr Finanzplan

Sie stellten dar, dass der Trend der jungen Kolleginnen und Kollegen zur Anstellung in der ambulanten Medizin geht und immer weniger Ärzte die Selbstständigkeit in eigener Praxis anstreben.
Dabei sind Gründe dagegen: Finanzielles Risiko, Arbeitsbelastung, Bürokratie. Diese Vorbehalte sind allerdings oft unbegründet. Die Herausforderungen der Selbständigkeit sind oftmals weniger gravierend als angenommen.

Für die Selbstständigkeit sprechen: Gestaltungsmöglichkeiten, Selbstverwirklichung, Arbeitszeitgestaltung, Einkommenssituation, Aufgabenspektrum, enges Arzt-Patienten-Verhältnis.

Heilberufler können auf professionelle Unterstützung sowohl vor der Existenzgründung als auch danach rechnen. Nicht nur finanziell steht dafür die Apobank zur Verfügung.
Informationen gibt es auf der homepage: Webseite der Apobank

 

Nach den Referaten wurde unter der Moderation von Frau Dr. med. Sandra Köhl mit den Referenten diskutiert.

Anschließend konnte der eien oder andere Aspekt in kleinen Gesprächsgruppen bei einem kleinen Imbiss weiter vertieft werden.

Fotografische Impressionen:
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