KLARTEXT mainzer ärzteforum 13.03.2019

 

 

Versorgung und Sicherstellung im Rahmen der GKV

 

 

Das Thema wurde aus Sicht der KV und aus Krankenkassensicht dargestellt

 

Die Fortbildung, die dieses Mal im Novotel stattfand, beschäftigte sich mit der Besorgnis der Ärzte wegen der drohenden Versorgungsengpässe in der ambulanten Kassenmedizin in naher Zukunft. Der Ärzteverein bat die KV und die Krankenkassenseite (vertreten durch die TKK) um Stellungnahmen zur aktuellen Situation und zu geplanten Maßnahmen.

Herr Christ, Ressortleiter Beratung bei der KV RLP, zeigte zunächst anhand der Statistik, dass trotz steigender Zahlen bei den niedergelassenen Ärzten, ein Rückgang an Hausärzten zu verzeichnen ist, weil eine ungleiche Verteilung von Fachärzten und Hausärzten vorliegt. Die Statistik zeigte außerdem einen Anstieg des Frauenanteils und der flexibleren Arbeitszeitgestaltung. Kooperationen und Pendlertätigkeit (größere Entfernung zur Praxis) nehmen ebenso zu, wie die Fluktuation bei den angestellten Ärzten. Der Tätigkeitsumfang der Neueinsteiger liegt bei durchschnittlich 0,57% Vollzeitäquivalent, was gemeinsam mit der ungünstigen Altersverteilung schon derzeit zu einem hohen Nachbesetzungsbedarf führt.

Die KV RLP versuche mit der Umsetzung der Förderrichtlinie des Strukturfonds dieser Entwicklung entgegenzusteuern. So gibt es z.B. für eine Praxisneugründung, die Einrichtung einer Nebenbetrieb-Stelle oder für die Anstellung einer Ärztin/eines Arztes in ausgewiesenen förderfähigen Gebieten eine finanzielle Unterstützung. Im hausärztlichen und fachärztlichen Bereich wird die Weiterbildung bis 42 Monate ebenso gefördert, wie Famulaturen in der Allgemeinmedizin, was diese immer beliebter werden lässt. Die Koordinierungsstelle der KV und das Kompetenzzentrum Allgemeinmedizin unterstützen Weiterbilder und Weiterzubildende beim zügigen Erwerb der Facharztqualifikation.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Gesamtheit dieser Maßnahmen und Angebote aus Sicht der Teilnehmer als nicht ausreichend und als noch deutlich ausbaufähig angesehen wird. Herr Christ zeigte sich aber überzeugt, von den Bemühungen der KV, die Versorgung sicherstellen zu können.

Herr Christ mit Statistik

Herr Strasburger, Referent Vertragswesen bei der TK-Landesvertretung RLP, stellte in seinem Vortrag zunächst die gesetzlichen Grundlagen zur Sicherstellung der Patienten-versorgung vor und betonte dabei, dass die Hauptlast der Problembewältigung bei der Ärztlichen Selbstverwaltung liege. Der Bedarfsplan zeige aktuell keine Unterversorgung und der schwierigen Nachbesetzung in der Zukunft, bedingt durch die Altersstruktur, könne man aus seiner Sicht durch Ausbau der Telematik-Infrastruktur, der NÄPA-Erweiterung und durch sinnvolle neue Aufteilung der Versorgungsgebiete entgegenwirken.

Von den Teilnehmern wurde die fehlende ehrliche Darstellung der ärztlichen Arbeit durch die Krankenkassen den Patienten und den Medien gegenüber bemängelt. Herr Strasburger räumte Verbesserungsbedarf bei der Zusammenarbeit in der Patientenversorgung ein.,

 

   
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