KLARTEXT mainzer ärzteforum 22.09.2021

 

 

Update "Impfen"

Die erste Präsenzveranstaltung der KLARTEXT-Reihe seit Januar 2020

 

 

Die KLARTEXT-Veranstaltung am 22.09.2021 war auch als Präsenzveranstaltung überaus gut besucht.

Die dafür geeigneten Räumlichkeiten wurden uns von Mainz 05 im Medienraum der MEWA-Arena zur Verfügung gestellt.

Die Referenten: San.-Rat Dr. Harlfinger, Prof. Zepp und Dr. Friedland brachten die 90 Anwesenden zum Thema „Impfen“ auf den aktuellen Stand. Die Moderation übernahm San.-Rat Dr. Klee.

   
 
 
Als erster Vortragender sprach San.-Rat Dr. Werner Harlfinger, Frauenarzt, zum Thema: Impferfahrung aus der Praxis: Impfen bei Schwangeren und  brachte einen aktuellen Einblick über die Notwendigkeit des Impfens. Sein Statement: „Endlich habe die Politik anerkannt, dass Ärzte und ihr Personal in den Praxen geschützt und geimpft sein müssen, wie es in allen anderen Gesundheitssystemen der Fall ist.“ Schutzimpfungen zählten zu den effektivsten und kostengünstigsten Präventionsmaßnahmen der modernen Medizin.
Keine andere medizinische Maßnahme hat so viel zur Gesunderhaltung des Menschen beigetragen wie die Schutzimpfungen. Impfungen schützen die geimpfte Person (Individualschutz), aber auch Ungeimpfte durch die so genannte Herdenimmunität. Bei einer Impfquote von 95 % der Bevölkerung werden die restlichen 5 % Nichtgeimpften geschützt. (Populationsschutz). Frauen sind im Gegensatz zu den Männern offener für den Präventions-Gedanken. Sie kommen zur Vorsorge und schicken ihre Kinder zur Vorsorge. Die Frau ist der Gesundheitslotse der Familie. Bei Eintritt einer Schwangerschaft kommen dann auch die Partner und die Familie essenziell dazu.
 

Der zweite Vortrag Impfen bei Kindern und Jugendlichen von Prof. Dr. Fred Zepp, Mitglied der STIKO , ehem. Direktor der Kinderklinik der Unimedizin, Mainz, beschäftigte sich zunächst mit der Covid-19 Impfstoffentwicklung Phase 1 bis Phase 3 und abhängig von den vorliegenden Sicherheitsdaten: von eingeschränkter bis uneingeschränkter Zulassung. 
In Europa zugelassene Impfstoffe von Pfizer-BioNTech (Comirnaty) und Moderna (Spikevax) sind mRNA-Impfstoffe mit Peri-/Myokarditis als ungewöhnliche Nebenwirkungen. AstraZeneca und Johnson&Johnson sind sog. Vektor-Impfstoffe mit Thrombosen als mögliche, seltene Nebenwirkung. Das Impfziel im Kinder- und Jugendalter ist Individualschutz vor Krankheit, Individualschutz vor Komplikationen, Schutz von Gefährdeten und der sog. Herdenschutz. Es sollte immer zwischen Benefit und Risiko abgewogen werden. Die STIKO empfiehlt für alle 12-17-jährigen die COVID-19-Impfung mit 2 Dosen eines m RNA-Impfstoffs im Abstand von 3-6 bzw. 4-6 Wochen. Für Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung haben, überwiegt der Nutzen das Risiko.

 

Vortrag Nummer drei von Dr. Tilman Friedland, Manager Medical Science Liaison Infectious Diseases, Fa. BioNTech, Mainz, hatte das Thema:
Corona-Virusvarianten und Boosterimpfung und beschäftigte sich mit Entwicklungs-, Herstellungs- und Zulassungspfaden für variantenspezifische Prototypen. Eine Studie zur Sicherheit und Immunität bestätigte sich auch gegen die derzeit grassierende Deltavariante. Eine Boosterimpfung (3. Impfung mit Comirnaty) empfehle sich aus Sicht von BioNTech besonders für ältere und Risikopatienten.

 

 

 

 

   
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